Japanische Sprache

2021/12/2
Trotz einer Gesamtbevölkerung von über 126 Millionen Einwohnern ist Japan linguistisch eine nahezu homogene Nation. Über 99% der Bevölkerung sprechen die selbe Sprache.

Es gibt viele Theorien über den Ursprung des Japanischen. Einige Wissenschafter sprechen von einer syntaktischen Ähnlichkeit mit der altaischen Sprachgruppe wie Türkisch und Mongolisch. Die Übereinstimmung der Syntax im Koreanischen und Japanischen ist weithin anerkannt. Es gibt Hinweise, dass die Morphologie und der Wortschatz des Japanischen prähistorisch von den malaiisch-polynesischen Sprachen im Süden beeinflusst wurden.

Die japanische Schrift leitet sich vom Chinesischen ab, obwohl die gesprochenen Sprachen Japanisch und Chinesisch völlig unterschiedlich sind. Die chinesische Schrift wurde zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert nach Japan überliefert, wo sie durch zwei phonetische Schriften ergänzt wurde. Diese so genannten Kana-Zeichen (Hiragana und Katakana) wurden von den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) abgeleitet und sind wesentlich einfacher zu schreiben. Während im Chinesischen jedes einzelne Wort mit Schriftzeichen wiedergegeben wird, verwendet das Japanische die beiden Kana-Schriften in Kombination mit den chinesischen Schriftzeichen. Mitunter findet man auch Buchstaben des lateinischen Alphabets in geschriebenen japanischen Texten, z.B. für Akronyme wie IBM, Produktbezeichnungen oder einzelne Fremdworte. Das moderne Japanisch basiert folglich auf vier verschiedenen Schriften.

Die chinesischen Schriftzeichen sind Ideogramme, jedes Zeichen symbolisiert ein Objekt oder einen Gedanken. Üblicherweise besitzt ein Schriftzeichen mehrere unterschiedliche Lesungen. Im Japanischen werden die Kanji sowohl zur Wiedergabe von Worten chinesischen als auch japanischen Ursprungs verwendet.

Die beiden Kana-Schriften unterscheiden sich in ihrer Verwendung. In der Vergangenheit wurden Hiragana hauptsächlich von Frauen geschrieben. Die Schrift besteht aus 48 Zeichen und bezeichnet original japanische Worte, Partikel und Verbalendungen. Die zweite phonetische Schrift heißt Katakana. Sie besteht ebenfalls aus 48 Zeichen und wird für nicht-chinesische Lehnworte, betonende Worte und Onomatopoeia verwendet.

Obwohl moderne japanische Lexika über 50.000 Schriftzeichen benennen, ist die Zahl jener Zeichen, die in der Praxis gebraucht werden, wesentlich geringer. 1946 beschränkte das Erziehungsministerium die Zahl der chinesischen Schriftzeichen für den allgemeinen und offiziellen Gebrauch auf 1.850. Davon werden 996 Zeichen in der Volks- und Mittelschule gelehrt. 1981 wurde die Gesamtzahl der Zeichen auf 1.945 ausgeweitet. Mit Ausnahme von Zeitungen unterliegen andere Publikationen jedoch nicht dieser Zeichenbeschränkung und viele Leser beherrschen weit mehr Schriftzeichen, als jene die im offiziellen Lehrplan vorgesehen sind.

Im Japanischen ist es üblich Texte in vertikalen Linien, die von oben nach unten gelesen werden, zu schreiben bzw. zu drucken. Der Text beginnt am rechten, oberen Rand der Seite. In den letzten Jahren weist der Trend bei Publikation zur horizontalen Schreibweise, wie im Westen.

Innerhalb Japans existiert eine Vielzahl lokaler Dialekte, als Standardsprache wird das Japanisch aus dem Raum Tokyo angesehen.

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JAPANESE LANGUAGE PROFICIENCY TEST

Der Japanese-Language Proficiency Test wird seit 1984 jährlich in Japan und in 62 Ländern und Regionen weltweit in Kooperation mit der Japan Foundation und der Association for International Education, Japan (AIEJ) veranstaltet. Der Test findet am ersten Sonntag im Dezember statt.

Seit 2011 kann die Prüfung auch in Österreich an der VHS Brigittenau, Raffaelgasse 11-13, 1200 Wien abgelegt werden. Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte die VHS Brigittenau.

Die Prüfung kann je nach Kenntnisstand auf fünf verschiedenen Schwierigkeitsstufen (N1, N2, N3, N4, N5) absolviert werden. Getestet und bewertet werden (im Multiple-Choice-Verfahren) Lese- und Schreibfähigkeit, Hörverständnis, Wortschatzkenntnisse und die Beherrschung der Grammatik.
Auf der untersten Stufe wird die Kenntnis von ca. 120 Kanji und 800 Vokabeln vorausgesetzt. Die höchste Schwierigkeitsstufe gilt als sprachliche Zulassungsvoraussetzung für ein Hochschulstudium in Japan (Kenntnis von ca. 2.000 Kanji und 10.000 Vokabeln). Alle erfolgreichen Absolventen der Prüfung erhalten ein Zertifikat der Japan Foundation.

Nähere Informationen und Testfragen finden Sie auf der JLPT-Website.