Workshop zur japanischen Räucherzeremonie "Kō-Dō" (12. Mai 2026)

2026/5/18

Am 12. Mai fand im Japanischen Informations- und Kulturzentrum unter der Leitung von Frau Kousai Hayakawa, Meisterin der Kō-Dō-Kyorinbō-Schule Kafūkai, ein Workshop zur japanischen Räucherzeremonie „Kō-Dō“ statt. Der Workshop wurde insgesamt dreimal durchgeführt: zweimal als Einsteigerkurs für Personen, die erstmals mit Kō-Dō in Berührung kamen, sowie einmal als Fortgeschrittenenkurs für Teilnehmer*innen der in den vergangenen zwei Jahren veranstalteten Workshops. 

Im ersten Teil des Einsteigerkurses erläuterte Frau Hayakawa zunächst die Geschichte des Kō-Dō. Dann hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, das kostbare Duftholz „Kyara“ kennenzulernen und dessen Duft zu erleben. Danach demonstrierte Frau Hayakawa die traditionelle Zeremonie und erklärte die verwendeten Utensilien sowie die Bedeutung der einzelnen Bewegungsabläufe. Die Teilnehmer*innen lernten die Art und Weise des sogenannten „Monkō“ („Lauschen“ von Duft) kennen und widmeten sich anschließend mit konzentrierter Aufmerksamkeit, bei dem sie das Räuchergefäß selbst in den Händen hielten und die einzelnen Schritte der Etikette sorgfältig vollzogen. Im zweiten Teil konnten die Teilnehmer*innen ein Duft-Ratespiel (Kumikō) erleben, das unter dem Namen „Genji-kō“ bekannt ist. Dabei galt es, fünf verschiedene Düfte zu unterscheiden und die Antworten mit Pinsel schriftlich festzuhalten. Auf diese Weise konnten die Teilnehmer*innen unterhaltsam die tiefe und vielschichtige Welt des Kō-Dō erfahren. 

Im Fortgeschrittenenkurs wurde zunächst der Inhalt des Einsteigerkurses wiederholt und durch die erneute Betrachtung der von Frau Hayakawa vorgeführten Zeremonie vertieft. Im zweiten Teil erlebten die Teilnehmer*innen das Duft-Ratespiel „Setsugekka (Schnee, Mond und Blumen)-kō“ in der Form des sogenannten „Fuda-uchi“. Dabei wurden zunächst drei verschiedene Düfte vorgestellt, bevor dieselben Düfte anschließend in zufälliger Reihenfolge erneut gereicht wurden. Die Teilnehmer*innen mussten die Reihenfolge erkennen und ihre Antworten mithilfe kleiner Holztafeln, sogenannter „Kō-Fuda“, abgeben. Da die einmal eingereichten Tafeln in einem Behälter namens „Orisue“ gesammelt wurden und nicht mehr ausgetauscht werden konnten, herrschte während des Spiels eine spürbare Spannung. 

In allen drei Veranstaltungen stellten die Teilnehmer*innen zahlreiche Fragen, was das große Interesse an der traditionellen japanischen Duftkunst Kō-Dō deutlich machte. Der Workshop bot eine äußerst wertvolle Gelegenheit, das Verständnis für die japanische Kultur weiter zu vertiefen.