Neujahrsglückwünsche von Botschafter Iwama Kiminori (5. Jänner 2026)

2026/1/5

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes neues Jahr. Seit ich im Januar 2025 mein Amt als Botschafter angetreten habe, ist bereits ein Jahr vergangen. Ich möchte auf das Jahr 2025 zurückblicken und gleichzeitig einen Ausblick auf das Jahr 2026 geben. 

 

Zunächst einmal traten im Jahr 2025 sowohl in Japan als auch in Österreich neue Regierungen ihr Amt an. In Österreich wurde eine Koalitionsregierung aus drei Parteien gebildet – die erste derartige Konstellation seit 1947. In Japan wurde im Oktober mit Sanae Takaichi erstmals eine Frau Premierministerin. Die Bewältigung der unmittelbaren innen- und außenpolitischen Herausforderungen bleibt für beide Länder zwar Priorität, aber als Botschafter Japans in Österreich hoffe ich, dass dies eine Gelegenheit sein wird, unsere Beziehungen im Jahr 2026 weiter zu stärken – auch durch den Austausch auf politischer Ebene. Insbesondere als Partner, die gemeinsame Werte teilen und als Industrienationen, die vor ähnlichen politischen Herausforderungen stehen – wie beispielsweise der Bewältigung der Überalterung der Gesellschaft –, bin ich überzeugt, dass wir unsere Beziehungen auch auf politischer Ebene vertiefen können. Das „Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen“ bietet Industrie, Regierung und Wissenschaft eine Plattform, um solche zukünftigen Herausforderungen zu diskutieren. Im vergangenen Jahr fanden in der Stadt Himeji in der Präfektur Hyōgo lebhafte Diskussionen zum Thema regionale Wiederbelebung statt. Es ist eine meiner Aufgaben als Botschafter, diese vielschichtigen Dialognetzwerke weiter zu stärken. 

 

Auch die Expo 2025 Osaka-Kansai, die von April bis Mitte Oktober 2025 in Japan stattfand, bot eine wichtige Gelegenheit, die Beziehungen zwischen Japan und Österreich zu stärken. Im Mai besuchte ich die Expo, um den österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen bei seiner Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Nationentag der Expo zu begleiten. Bundespräsident Van der Bellen und die österreichische Regierungsdelegation unter der Leitung von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer setzten sich für die Intensivierung der Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur ein. Dazu gehörten neben dem Besuch der Expo auch der Austausch mit Regierungsvertretern, die Teilnahme an Wirtschaftssymposien und die Unterzeichnungszeremonie des Partnerschaftsabkommens zwischen dem Himeji-jō und dem Schloss Schönbrunn während des Besuchs in der Stadt Himeji. 

 

Darüber hinaus ist anzumerken, dass die Expo Anlass für Besuche verschiedener Delegationen war, darunter Landeshauptfrau Mikl-Leitner aus Niederösterreich, Landeshauptmann und Bürgermeister Ludwig aus Wien sowie zahlreiche Delegationen aus verschiedenen österreichischen Bundesländern, die den Schwerpunkt auf wirtschaftliche und akademische Austauschprogramme legten. Wie die zahlreichen Städtepartnerschaften zeigen, setzen viele lokale Gemeinden seit langen Jahren einen Austausch auf Graswurzelebene fort. Es ist offenkundig, dass die Gesamtheit dieser Bemühungen das Fundament der bilateralen Beziehungen bilden. Auf dieser Grundlage will die Botschaft auch 2026 den Austausch zwischen Menschen in verschiedenen Bereichen weiterhin unterstützen. 

 

Was das Umfeld Japans und Österreichs betrifft, so ist selbstverständlich die größte Herausforderung für Europa und die ganze Welt nach wie vor die Invasion der Ukraine durch Russland. Kurz nach meiner Ankunft als Botschafter im Jänner letzten Jahres, als ich zum ersten Mal die japanische Gemeinde in Österreich begrüßte, erwähnte ich, dass seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine drei Jahre vergangen waren und obwohl ich selbst versetzt worden war, noch immer kein Ende des Krieges in Sicht war. Im Laufe des Jahres 2025 fanden verschiedene Gespräche mit dem Ziel einer Beendigung des Krieges statt, doch leider hat sich die Lage nicht wesentlich verändert. Auch bei der OSZE, wo ich als Ständiger Vertreter tätig bin, werden seit mehreren Jahren Diskussionen zu diesem Thema geführt. 

 

Um Japans Position darzulegen: Japan hat wiederholt bekräftigt, an der Seite der Ukraine zu stehen. Konkret hat Japan verschiedenartige Anstrengungen unternommen, um sein Fachwissen im öffentlichen und privaten Sektor für den Wiederaufbau des Landes zu nutzen. Ein Beispiel hierfür ist die Ausrichtung der Ukraine Mine Action Conference (UMAC) 2025 im Oktober des vergangenen Jahres. Doch nicht nur in der Ukraine, sondern in zahlreichen weiteren Regionen weltweit ist die Lage ungewiss. Wir hoffen, dass sich diese Situation im Jahr 2026 zumindest geringfügig verbessern wird. Japan beabsichtigt, alle seine Kapazitäten einzusetzen, um die bestehenden Herausforderungen anzugehen. 

 

Abschließend noch ein Wort an unsere japanischen Staatsangehörigen in Österreich. Glücklicherweise gab es im Jahr 2025 keine größeren Zwischenfälle, Unfälle oder terroristischen Vorfälle mit japanischen Staatsangehörigen in Österreich. Allerdings können jederzeit unvorhergesehene Umstände eintreten. Die Botschaft wird auch in diesem Jahr eng mit der lokalen japanischen Community zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Japanerinnen und Japaner zu gewährleisten. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie alle weiterhin aufmerksam auf diverse sicherheitsrelevante Informationen achten würden. 

 

IWAMA Kiminori
Botschafter von Japan in Österreich