Grußwort von Botschafter MIZUTANI (7. Mai 2020)

2020/5/7
Liebe Besucherinnen und Besucher der Homepage der Botschaft von Japan,
 
die Tage, die aufgrund von COVID-19 mit Sorge erfüllt sind, dauern fort. Ich hoffe jedoch, dass Sie alle gesund geblieben sind.
 
Seit meinem Amtsantritt in Österreich ist bereits ein halbes Jahr vergangen. Ab Mitte Jänner war ich dabei, meine Antrittsbesuche bei allen unseren Ansprechpartnern, vor allem in der österreichischen Regierung, zu machen. Ich finde es bedauerlich, dass durch das Auftreten eines solchen Elementarereignisses die Aktivitäten eingeschränkt sind.
 
Aber diese Belastung ist für uns eine gute Gelegenheit, die bisherige Lebenseinstellung zu überdenken. Ich versuche darauf zu vertrauen, dass die „neue Normalität“, die aus dem Prozess der Bewältigung der Belastung resultieren wird, gewiss eine gute Sache sein wird.
 
Im Brief des Paulus an die Römer im Neuen Testament heißt es ebenfalls: „Trübsal bringt Geduld; Geduld aber bringt Bewährung; Bewährung aber bringt Hoffnung.“
 
Die internationale Gemeinschaft hat sich auf „Sustainable Development Goals (SDGs)“ geeinigt, die von ihr als Entwicklungsziel bis 2030 verwirklicht werden sollen. Um eine nachhaltige neue Welt zu schaffen, bemühen sich auch Unternehmen zahlreicher Länder, allen voran Japans, um ESG (Environment Social Governance)-Investitionen, die die Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung berücksichtigen.
 
Auch ich bemühe mich auf privater Ebene um „Investitions“-Aktivitäten, die dem gegenwärtigen schwierigen Alltag ein Plus verleihen und sich ein wenig auf das „S“ (sozial) von ESG auswirken.
 
Ich möchte hier ein Beispiel anführen. Wenn man beim Spaziergang an einer anderen Person vorbeigeht, dann weicht man einander seitwärts aus. In so einem Fall tippe ich mit meinen Fingern leicht an die Krempe meiner Schirmmütze und grüße. Dann kann es passieren, dass mit einem Gruß oder Lächeln erwidert wird oder sich eine Unterhaltung ergibt. Mütter in Begleitung von Kindern sind eine besondere Freude. Man kann zumindest einen stillen Glücksmoment genießen, so als ob man selbst etwas Wunderbares vollbracht hätte.
 
Ich möchte deshalb vorschlagen, dass wir alle die verschiedensten Methoden ausprobieren, um jeden Tag, an dem wir uns unbehaglich fühlen, unser Leben heller zu gestalten. Es ist nicht gut für die Gesundheit, wenn wir beim Achtgeben nur traurige Gedanken hegen.
 
Die Japanische Botschaft wird ihre Aktivitäten mit dem Ziel fortsetzen, die gegenwärtige schwierige Situation zu überwinden, eine rasche und sichere „neue Normalität“ zu schaffen und beim Austausch mit vielen Leuten für eine V-förmige Erholung zu sorgen.
 
7. Mai 2020
MIZUTANI Akira